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Praxistipps

Faktoren, die Einfluss auf die Reichweite haben

Der neodrives Motor wurde auf eine hohe Effizienz ausgelegt und erreicht einen Wirkungsgrad von ca. 82 % im Geschwindigkeitsbereich von 20 bis 25 km/h. Da es sich um einen Direktläufer handelt (kein Getriebe wie beispielsweise bei Mittelmotoren), entstehen nur geringe Verluste. Die Reichweite, die vom Fahrer erreicht werden kann, unterliegt vielen Einflussfaktoren.

Dies sind die Wichtigsten:

  • Topografie: Die Fahrt in hügeligem Gelände beansprucht den Akku spürbar mehr als Fahrten in der Ebene.
  • Wetter: An kalten Tagen kann die Akku-Reichweite 30–40 % geringer ausfallen als an warmen Tagen. Gegenwind hat ebenfalls einen Einfluss auf den
    Stromverbrauch.
  • Häufige Beschleunigungsvorgänge/Fahrt bei geringen Geschwindigkeiten: Für die Beschleunigung werden hohe Ströme benötigt. Vergleichbar mit dem hohen Momentanverbrauch beim Anfahren mit einem PKW.
  • Systemgewicht: Dieser Faktor wird oft unterschätzt. Der Fahrer sowie das Gepäck tragen mit ihrem Gewicht (anders als bei einem PKW) maßgeblich zur
    Gesamtmasse des Fahrzeugs bei.
  • Fahrerleistung: Je mehr Eigenleistung der Fahrer einbringt, desto größer ist die erzielbare Reichweite. Oft hilft es schon, 1–2 Gänge herunterzuschalten, um damit die eingeleitete Kraft bzw. die Trittfrequenz zu erhöhen.
  • Reifenfülldruck: Zu geringer Reifendruck erhöht die Reibung zwischen Reifen
    und Untergrund, wodurch ebenfalls einige Prozentpunkte verloren gehen können.

Energierückgewinnung

Akkuladen beim Bergabfahren! Damit sind noch größere Reichweiten möglich bei gleichzeitiger Entlastung der Bremsen. Warum hat der neodrives Heckmotor mehr als 100 % Reichweite? Die kraftvolle Energierückgewinnung, auch Rekuperation genannt, vergrößert die Akku-Reichweite um bis zu 15 % und mehr

Das Märchen vom Drehmoment

Der Heckmotor hat eine übersetzungsunabhängige Performance. Bei einem Vergleich der Datenblätter von Mittelmotoren finden Sie Werte von bis zu 90
Nm Drehmoment. Das bedeutet nicht, dass der Mittelmotor mehr als doppelt so kräftig ist wie der neodrives Heckmotor. Das Drehmoment, das vom Mittelmotor tatsächlich zum Hinterrad gelangt, wird über die Gangwahl entscheidend beeinflusst.

Bei einem Übersetzungsverhältnis von beispielsweise 38er-Kettenblatt und 19er-Ritzel – in einem Bereich, in dem sich die Mehrzahl der Fahrer überwiegend bewegt – wird das Drehmoment am Hinterrad bereits halbiert. Hinzu kommt, dass vor allem Nabenschaltungen die hohen Drehmomente nicht dauerhaft vertragen, weshalb Mittelmotoren ab Werk gedrosselt werden.

Weiterhin zu bedenken: Mit dem hohen Drehmoment wird die Kette stark beansprucht, was deren Lebenserwartung drastisch reduziert.

Tipp:

Fahren Sie alle Systeme Probe. Einen Kraftunterschied beim Vergleich von hochwertigen Mittelmotoren und dem neodrives Heckmotor werden Sie kaum feststellen. Durch die Motorposition im Hinterrad wirkt der Heckmotor subjektiv sogar deutlich antrittsstärker. Wie bereits beschrieben, steht das maximale Drehmoment von 40 Nm dem Fahrer unabhängig von der Gangwahl immer voll zur Verfügung. Beim Mittelmotor wird durch die Gangwahl das Drehmoment derart reduziert, dass teilweise nur ca. die Hälfte des Drehmoments am Hinterrad ankommt.